Warlam Tichonowitsch Schalamow

1907 am 18. Juni (1. Juli) in Wologda geboren; jüngstes von fünf Geschwistern; Vater: Tichon Schalamow, orthodoxer Priester; Mutter: Nadeschda Schalamowa, Lehrerin
1923 Schulabschluss in Wologda
1924 Abreise nach Moskau; Arbeit als Gerber in einer Lederwarenfabrik
1926 Beginn des Jurastudiums an der Juristischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität (an der Fakultät für "sowjetisches Recht")
1927 Teilnahme an der Demonstration der Opposition zum 10. Jahrestag der Oktoberrevolution
1929 am 19. Februar erste Verhaftung in einer illegalen Universitätsdruckerei wegen der Verbreitung von "Lenins Testament", des Briefes vom Dezember 1922 an den Parteitag der KPdSU; bis März 1929 Haft im Butyrka-Gefängnis; Urteil: 3 Jahre Haft im Konzentrationslager und 5 Jahre Verbannung im Norden
1929 - 1931 Gefangener der Wischera-Lagerabteilung (im Nordural) der Solowezker Sonderlager; Arbeit in einer Holzfabrik
1931 Oktober: Entlassung aus dem Lager, Arbeit beim Bau eines Chemiekombinats in Berezniki
1932 Rückkehr nach Moskau
1933 Tod des Vaters
1934 Heirat mit Galina Gudz' (1935 Geburt der Tochter Galina); Dez. - Tod der Mutter
1934 - 1937 erste Publikationen (Prosa und Publizistik), Kontakte zu literarischen Kreisen
1937 Januar, erneute Verhaftung, Urteil: 5 Jahre "Arbeitsbesserungslager" wegen "konterrevolutionärer trotzkistischer Tätigkeit"; im August Ankunft mit dem Schiff in der Bucht Nagaewo (Magadan), Arbeit im Goldbergwerk "Partisan"
sowjetisches Lagersystem
1938 im Dezember Verhaftung im Zusammenhang der "Juristenverschwörung"; Gefängnis in Magadan
1938 - 1939 Durchgangsgefängnis in Magadan; Typhusquarantäne
1939 - 1940 im Lager am "Schwarzen See"; Arbeit als Wasserkocher, Helfer eines Topographen, Arbeit bei Erdarbeiten.
1940 - 1942 Verlegung nach Arkagala; Arbeit im Kohlebergwerk; Ende der Haftzeit; Verlängerung der Lagerhaft bis Kriegsende.
1942 - 1943 Verhaftung in Arkagala; Verlegung ins Strafbergwerk Dschelgala; Arbeit in einer Berbaubrigade
1943 Mai: Verhaftung; Verurteilung in Jagodnoe; Urteil: 10 Jahre Besserungsarbeitslager wegen "konterrevolutionärer Tätigkeit" (Artikel 58-10)
1943 Herbst: Krankheit; Aufenthalt im Krankenhaus "Belitschja
1943 - 1944 Arbeit in der Grube "Spokojnyj", im Bergwerk
1944 Sommer: Verhaftung in Jagodnoe nach Denunziation; Grube "Spokojnyj", Einsatz bei "allgemeinen Arbeiten"
1945 Frühjahr: Waldlageraußenstelle des Lagerpunktes von Jagodnoe
1945 Sommer - Herbst: Krankheit; Aufenthalt im Krankenhaus "Belitschja"
1945 Herbst: Außenstelle der Holzfäller "Diamantenquelle"; Flucht; in Jagodnoe; neue Anklage ohne Frist; Stratbergwerk
1945 Winter: Strafzone von Dschelgala; bei "allgemeinen Arbeiten"
1946 Frühjahr - Dezember: Sussuman, kleine Zone; bei "allgemeinen Arbeiten"; Teilnahme an Kursen für Arzthelfer beim Lagerkrankenhaus
1947 - 1949 Arbeit als Arzthelfer in der chirurgischen Abteilung des Zentralen Lagerkrankenhaus im "Uferlager"
1949 - 1950 am Fluss Duskanja; Arbeit als Arzthelfer in einer Holzfällersiedlung; schreibt Gedichte ("Kolymaer Hefte")
1950 - 1952 Arzthelfer in der Aufnahme des Zentralen Lagerkrankenhauses
1950 13. Oktober; Entlassung aus dem Lager
1952 - 1953 Arzthelfer des Lagerpunktes in Kjubjuma
1953 30. September: Entlassung aus dem Dalstroj des MWD
1953 November: Rückkehr auf "Festland" über Moskau
1953 - 1956 lebt in der Gegend von Kalinin
1954 Beginn der Arbeit an den "Erzählungen aus Kolyma" (bis Anfang der 70er Jahre)
1956 18.7. Rehabilitierung; Heirat mit Olga Nekljudova; Umzug nach Moskau
1957 erste Gedichtpublikation in Zeitschriften
1958 Krankheit, invalidisiert
1966 Scheidung von Olga Nekljudowa
1968 - 1971 Arbeit an der "Vierten Wologda"
1970 - 1971 Arbeit an "Wischera. Ein Antiroman"
1978 Eine Auswahl der "Erzählungen aus Kolyma" erscheinen in London in russischer Sprache
1979 Übersiedlung in ein Altersheim
1980 Freiheitsprämie des französischen Pen-Klubs
1982 am 17.1. stirbt Schalamow in einer Nervenheilanstalt
2000 postume Rehabilitierung im Falle der Anklage von 1929-1932

Quelle: Datenbank des Sacharov-Zentrums, Moskau